Auf den Spuren eines Abtei-Gebäudes…

 

Perino-Haus, ein fast vergessenes historisches Gebäude

 

Fotokünstlerische Arbeit von Rudolf Fuchs

 

Über das Wadgasser Hofhaus, ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude der Abtei, und über das Spurker Haus, das unlängst auf Privatinitiative saniert wurde, liegen beachtlich viele Informationen vor. Um ein weiteres Gebäude aus der Abteizeit, das sogenannte „Perino-Haus“, ist es erstaunlich ruhig geblieben. Dabei ist dieses doch auch ein nicht unwesentlicher Teil der Wadgasser Dorfgeschichte.

 

Josef Burg, der bekannte und verdienstvolle Wadgasser Heimatforscher, erwähnt dieses Gebäude in einer Festschrift, die 1982 anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Katholische Pfarrkirche“ Wadgassen herausgegeben wurde.

 

Wo die Ordensschwestern wohnten

 

Burg schreibt hier in einem Beitrag „Die Erbauung des Krankenhauses“ unter anderem: „…Auf Initiative von Pfarrer Thielen kamen im Jahr 1897 einige Ordensschwestern von Waldbreitbach nach Wadgassen. Sie wurden im sogenannten „Perino-Haus“ (einer ehemaligen Klostermühle) untergebracht…“ Da haben wir es also, dieses Perino-Haus, das nach Burg also ein Nutzgebäude der vormaligen Abtei war, in unmittelbarer Nähe des heutigen Parkbades, des „Perino-Weihers“.

Benannt war dieses Haus nach dem vormaligen kaufmännischen Direktor der Glasfabrik in den Anfangsjahren der „Glas- und Cristallfabrik“, Johann Germanus Perino. Dieser - verheiratet mit Susanna Barbey - hatte dort seinen Sitz. Von diesem Direktor sind auch noch einige persönliche Daten ausgewiesen. Geboren 1828, hatte er zwei Kinder, und zwar Sanni Wilhelmine, geboren am 13. Juli 1861 in Wadgassen, und Anton, geboren am 13. Januar 1865, ebenfalls in Wadgassen.

 

Ölgemälde von Willi Zünkeler

Der Direktor war ein tüchtiger Mann

 

Über den Kaufmann Perino schreibt Alois Trovain in seinem Buch „Die gemeindliche Entwicklung von Wadgassen bis zur Großgemeinde im Jahre 1974“ unter anderem:“...Perino präsentierte mit großer Begeisterung die Spitzenerzeugnisse auf nationalen und internationalen Gewerbeausstellungen... Er erregte dabei Bewunderung und erhielt viele Auszeichnungen…“

Bis zur zweiten Evakuierung wohnten dann Wadgasser Familien in diesem weitläufigen Gebäude, an das sich - wie sich der Schreiber aus seinen frühen Kindheitsjahren noch erinnert - ein Teich mit wahrscheinlich Goldfischen anschloss Vor dem Haus führte ein Bächlein vorbei, der sogenannte Lauterbach. Nach Rückkehr aus der Evakuierung fand man dieses Gebäude weitgehend zerstört vor. Eine Familie - so war zu erfahren - richtete sich dort wieder eine vorläufige provisorische Bleibe ein. In den Folgejahren wurde dann die Ruine des Parkbades abgerissen.

 

Und so groß war dieses Haus

 

Besucher des Parkbades erinnern sich daran, dass noch über einige Jahre hin Mauerruinen auf dem Gelände des Bades anzutreffen waren.
Übrigens, die Ausmaße dieses vormaligen Abteigebäudes lassen sich mit großer Sicherheit und Genauigkeit nachvollziehen.
Grundlage hierfür sind einmal ein detaillierter „Situations-Plan der Glashütte Wadgassen“, datiert vom 31. Juli 1868 und zum anderen Junkers-Luftaufnahmen aus dem Jahr 1928.
Demnach hatte dieser zweieinhalbgeschossige Bau eine Länge von 20 Metern (ohne den seitlichen Anbau), eine Tiefe von 11,25 Metern bei einer Höhe von 13 Metern.
Hinweis: Wer noch weitere Details zu diesem Hause - insbesondere exakte Jahreszahlen - mitteilen kann, möge sich bitte mit dem Autor dieses Beitrages, Heribert Pfeiffer, in Verbindung setzen, Telefon (0 68 34) 4 17 41, per E-Mail oder im
Gästebuch.

 

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